Bericht für das vierte Quartal 2025
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Ihnen gerne berichten, wie sich dieses Quartal an den Finanzmärkten entwickelt hat und
wie wir vorgegangen sind.
Das dritte Quartal sollte in Deutschland den „Herbst der Reformen“ einläuten, nachdem die Bundesregierung bereits seit Mai im Amt ist. Die ersten 5 Monate sind verstrichen und auf Reformen wartet die Wirtschaft noch immer.
Gleichwohl gab es im ersten Halbjahr für die neue Regierung reichlich Vorschusslorbeeren an den deutschen und europäischen Börsen – und nach wie vor befinden sich diese auf erhöhtem Niveau.
Donald Trump hingegen hat sofort gehandelt und den regelbasierten Welthandel abgeschafft.
Es gilt nun das Recht des Stärkeren:
- Am 2. April wurden im Rosengarten des Weißen Hauses von ihm astronomische Zölle gegen alles und jeden verkündet („Liberation Day“).
- Umfangreiche Entlassungen im öffentlichen Dienst durch „DOGE“ unter Elon Musk.
- Bürokratieabbau, Deregulierung und Steuersenkungen in den USA („Big Beautiful Bill“)
Trumps Affront gegen den Rest der Welt hat bereits dazu geführt, dass nach einer im Juni veröffentlichten Analyse der EZB die Währungsreserven der globalen Notenbanken nur noch zu 46 % in Dollar und bereits zu 20 % in Gold gehalten werden.
Der US-Dollar hat bis zum 30. September 14 % eingebüßt und mindert in dieser Höhe die Wertentwicklung von US-Aktien für Anleger in der Eurozone.
Vom 01.01. bis zum 30.09.25 gab es diese Wertentwicklungen in Euro:
- USA (S&P500) + 0,6 %
- Eurozone (Eurostoxx50) + 12,4 %
- China (CSI 300) + 13,1 %
- Aktien weltweit (MSCI World) + 3,0 %
US-Aktien bleiben bis auf weiteres das Maß aller Dinge. Die wichtigsten Unternehmen sind hier ansässig und die Tech-Konzerne bauen mit Trumps Unterstützung ihre monopolartige Stellung weiter aus. Hierzu zählt, dass er die EU hindert, diese Konzerne beim Datenschutz zu regulieren oder Steuern von Ihnen zu kassieren. Es bleibt abzuwarten, wie die gigantischen Investitionen in künstliche Intelligenz sich tatsächlich rechnen werden. Wir halten die jetzigen Kurse für sehr ambitioniert und haben daher einen Teil der Gewinne bei Tech-Aktien realisiert.
Die Zölle für die US-Verbraucher sind mit durchschnittlich 18 % nun 6mal so hoch wie zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit. Dies dürfte die Inflation erhöhen. Zugleich ist der Arbeitsmarkt leicht abgekühlt und die Fed wird voraussichtlich im Oktober eine erneute Zinssenkung um 0,25 % vornehmen. Diese Erwartung stimuliert aktuell die globalen Kapitalmärkte.
China ist mittlerweile in 57 von 64 kritischen Technologien weltweit führend (Im Jahre 2007 waren es drei Technologien). Die USA sind China noch auf den Fersen, aber Europa ist dabei, völlig den Anschluss zu verlieren. Chinas Vorsprung bei Robotik und Batterietechnik ist kaum aufzuholen, jedoch könnte Europa noch bei Raumfahrt und Satellitentechnik punkten. Speziell in Deutschland gibt es ein leistungsfähiges Netzwerk aus Unternehmen und Universitäten dafür und es bleibt zu hoffen, dass wenigstens diese Chancen genutzt werden.
Trotz der technologischen Stärke Chinas investieren wir dort bis auf weiteres nicht: Es handelt sich um ein autokratisches System, in dem es auch für führende Unternehmen keine Rechtssicherheit gibt – wie das monatelange Verschwinden des Alibaba-Gründers Jack Ma bewiesen hat. Zudem ist die Immobilienkrise noch immer ungelöst und es gibt seit 2023 keine verlässlichen Daten mehr zu Arbeitslosigkeit und Inflation. China müsste noch einige hundert Millionen Menschen aus der Armut holen und benötigt dafür kontinuierlich 5 % Wirtschaftswachstum. Es werden allerdings nur 4 % jeweils für die nächsten zwei Jahre prognostiziert.
Die Größe der EU mit 450 Mio. Einwohnern hat sich als Bollwerk gegen Trumps Zollpläne erwiesen:
Es wurden 15 % Zoll mit den USA ausgehandelt, während Einzelstaaten wie die Schweiz mit 39 % abgespeist wurden und Schweizer Unternehmen nun überlegen, in die EU umzusiedeln.
Die EU kann zudem bedeutende Erfolge bei neuen Freihandelsabkommen verzeichnen:
- Mercosur (260 Mio. Einwohner, Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay)
- Indonesien (285 Mio. Einwohner, Verhandlungen abgeschlossen am 25.09.25)
Ein anziehendes Wirtschaftswachstum in Europa und den USA wird in den nächsten Monaten die Basis für eine gedeihliche Entwicklung Ihres Depots bieten. Neben Aktien berücksichtigen wir zur Zeit vermehrt – anhand Ihrer Präferenzen – festverzinsliche Papiere, Discountzertifikate und Gold. Wir sind immer für Sie am Ball und wünschen Ihnen einen entspannten, goldenen Herbst.
Herzliche Grüße,
Ihre
Uwe Rohse Hubert Lehmann Felix Rohse
Rohse Vermögensmanagement GmbH
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