Bericht für das erste Quartal 2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Ihnen gerne berichten, wie sich dieses Quartal an den Finanzmärkten entwickelt hat und
wie wir vorgegangen sind.

Die Weltwirtschaft wird im neuen Jahr von diesen Aspekten geleitet:

  • Staatliche Ausgabenprogramme werden Investitionen und privaten Konsum stimulieren.
  • Öl ist gegenüber dem Hoch in 2022 nur noch halb so teuer.
  • Trump wird angesichts der Zwischenwahlen im November in der Zollpolitik moderat bleiben.
  • Die Inflation befindet sich auf einem akzeptablen Niveau.
  • Der US-Dollar ist um 15 % gesunken und dürfte auf diesem Niveau bleiben.

Da die Weltordnung sich neu formiert, wird auch das Jahr 2026 reich an geopolitischen Nachrichten sein. Bei allen Reibereien auf internationaler Bühne werden die Politiker ein für die Wirtschaft positives Korrektiv haben: Zwecks Wiederwahl bzw. Machterhalt müssen die privaten Verbraucher bei Laune gehalten werden – was wiederum eine stabilisierende Wirkung auf die konsumnahen Branchen hat.

Gerne möchten wir mit Ihnen einen Blick auf die einzelnen Regionen werfen:

  1. USA: Trump im Vorwahlkampf

In den USA hat sich seit Trumps Amtsantritt am 20. Januar ein Aufschwung für die obere Hälfte der Gesellschaft entwickelt. Die auf Dollarbasis sehr positive Entwicklung der Aktienmärkte hat das Verbrauchervertrauen dieser kaufkräftigen Klientel gestärkt.

Die stärksten Zuwächse gab es bei den großen Technologieunternehmen, die aus ihren hohen Gewinnen stark in neue Rechenzentren investieren. Es sind diese massiven Investitionen, die auch 2026 für Wachstum in den Bereichen Technologie, Bau und Energieerzeugung sorgen.

Daneben siedeln sich vermehrt energieintensive Industrien wie Chemie wegen der günstigen Energiepreise an – zu Lasten bisheriger Standorte u.a. in Europa.

Neben den wirtschaftsfreundlichen Aspekten der Trump-Regierung ist das Thema Inflation heikel geworden: Die untere Hälfte der Einkommen leidet sehr unter steigenden Lebensmittelpreisen und auch insgesamt bleibt zu hoffen, dass die Inflationsprognose für 2026 von 3,0 % nicht noch übertroffen wird.

Auch wenn die Staatsfinanzen der USA mit einer Gesamtverschuldung von 122 % des Bruttoinlandsprodukts nur noch wenig Spielraum bieten, so verfügt die Notenbank Fed noch über erhebliche Möglichkeiten, die Wirtschaft mit Zinssenkungen und dem Ankauf von Staatsanleihen („Quantitative Easing“) mit günstigem Geld zu stimulieren.

Wir gehen für 2026 daher insgesamt von 1,8 % Wachstum in den USA aus, während das Gewinnwachstum der Konzerne im S&P 500 Index auf 15 % geschätzt wird.

  1. China: 300% Verschuldung

China macht große technologische Fortschritte. Es ist bereits in vielen Bereichen führend und beim Thema künstliche Intelligenz spielt sich der Wettlauf nur noch zwischen China und den USA ab. Nachdem die USA versuchen, Schlüsseltechnologien von dem Land fernzuhalten, hat China mit Hilfe abgeworbener Ingenieure des niederländischen Konzerns ASML nun einen Prototyp für eine Chip-Produktion erbaut, die bisher nur ASML herstellen kann. Spätestens ab 2030 kann China damit ebenfalls Schaltkreise ätzen, die tausendfach dünner als ein menschliches Haar sind.

Hinzu kommt, dass Chinas Universitäten inzwischen mehr KI-Patente angemeldet haben als die amerikanischen – fast 5000 in den vergangenen 20 Jahren. China hat im Sommer die Strategie „KI Plus“ vorgestellt, wonach KI künftig alle Bereiche der chinesischen Gesellschaft durchdringen soll sowie schon 2027 in 70% der Wirtschaft zum Einsatz kommt. Die technologische Zukunft könnte also China gehören.

In der Gegenwart leidet das Land jedoch unter

  • massiver Überproduktion
  • Jugendarbeitslosigkeit von über 20 %
  • Immobilienkrise
  • Pessimismus

Bisher subventioniert die Regierung den Export der Überproduktion von Autos und anderen Konsumgütern, was Europa durch eine Flut von Billigimporten gerade zu spüren bekommt. Zudem werden den Bürgern Kaufprämien für Konsumgüter wie Kühlschränke bezahlt. Beides hat noch nicht zu einem deutlich verbesserten Stimmungsbild beigetragen. Da der Verschuldungsgrad der öffentlichen und privaten Haushalte fast 300 % des Bruttoinlandsprodukts beträgt, ist der finanzielle Spielraum für weitere Maßnahmen begrenzt. Wir rechnen daher mit einem für ein Schwellenland mageren Wachstum von 4% in China.

  1. Europa mobilisiert seine Kräfte

Deutschland als Europas größte Wirtschaftsnation hat sich im Jahr 2025 mit dem 500 Mrd. Euro starken „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ einen zusätzlichen finanziellen Spielraum verschafft. Das Programm hat eine Laufzeit von 12 Jahren und erhebliche Teile des Geldes werden bereits 2026 in die Wirtschaft fließen. So sind bereits die Auftragseingänge der deutschen Industrie aus dem Inland im vierten Quartal 2025 spürbar um 5% angestiegen. Nachdem die deutschen Exporte nach China mit einem Anteil von 5,6% weniger wichtig geworden sind, gewinnt der innereuropäische Handel an Fahrt – so wird mit einem Anteil von 6,3% inzwischen mehr nach Polen als nach China exportiert.

Günstig wirken sich auch die Reformerfolge in Südeuropa aus: Spanien, Portugal und Italien sind auf einem guten Weg, während Griechenland sogar Darlehen vorzeitig zurückzahlt.

Die Exporte Europas wurden in 2025 durch einen um 15% gesunkenen Dollar und Trumps Zölle erschwert. Beides wird im neuen Jahr nicht mehr gravierend sein, was Entspannung für die Exportwirtschaft bedeutet. Europa hat zwar weiterhin Gegenwind aus Übersee, kommt aber u.a. durch Deutschlands finanzielle Impulse voran.

Dies zeigt sich bereits in einer erheblich gestiegenen Vergabe von Immobilienkrediten an private Haushalte in 2025. Das moderate Zinsniveau, der niedrige Ölpreis sowie eine Inflation von nur 2% bieten ein solides Umfeld für Europas Unternehmen und Verbraucher. Wir rechnen daher mit einem Wachstum von 1,3%.

Das neue Börsenjahr bietet gute Chancen an den Aktienmärkten. Entsprechend Ihrem Sicherheitsbedürfnis werden wir zudem die Risiken abfedern durch eine diversifizierte Anlage auch in Discountzertifikaten, festverzinslichen Wertpapieren und Edelmetallen.

Falls jemand in Ihrem Familien-, Freundes- oder Mandantenkreis Interesse hat, würden wir uns sehr über eine Empfehlung von Ihnen freuen. Wir sind auch im neuen Jahr immer für Sie am Ball und werden wieder alles tun, um das Beste für Ihr Geld zu erreichen.

Herzliche Grüße,

Ihre

Uwe Rohse      Felix Rohse      Hubert Lehmann

Rohse Vermögensmanagement GmbH

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