Bericht für das vierte Quartal 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Ihnen gerne berichten, wie sich dieses Quartal an den Finanzmärkten entwickelt hat und
wie wir vorgegangen sind.
Die wichtigsten Anlageklassen weisen in Euro vom 1. Januar bis zum 30. September diese
Wertentwicklung auf:
– USA Aktien (Dow Jones) + 8,9 %
– Deutsche Aktien (DAX) + 2,9 %
– Deutsche Bundesanleihen – 2,0 %
– Gold – 2,2 %
Das Jahr 2026 markiert möglicherweise Wendepunkte von weitreichender Bedeutung:
– Die USA geben erstmals mehr für die Zinsen ihrer Staatschulden aus als für die
Verteidigung. In der Geschichte ist dies regelmäßig der Beginn vom Ende einer
Vorherrschaft gewesen („Fergusons Gesetz“).
– Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) übersteigen in ihrer Dimension die
Interneteuphorie der Jahrtausendwende und auch die der amerikanischen Eisenbahnen
im 19. Jahrhundert. Konkurrierende Eisenbahngesellschaften haben damals bis zu drei
Trassen für dieselbe Strecke parallel verlegt. Später wurden diese Doppel- und
Dreifachstrukturen durch Fusionen und Pleiten wieder abgebaut.
– Steigende Energiepreise (Brent Ölseit Jahresbeginn + 70%) verursachen Inflation und diese
wiederum rasant steigende Zinsen. Dies verteuert die Refinanzierung von Staatsschulden
und Investitionen erheblich.
Da das Thema Künstliche Intelligenz zunehmend den Charakter einer Blase angenommen hat, haben wir bereits im ersten Quartal die Gewinne aus Technologie-Aktien weitgehend realisiert. Heute wissen wir, dass die Euphorie bis auf weiteres noch anhält und diese Aktien aktuell mit Abstand die größten Gewinne ausweisen. In den USA und im Weltaktienindex MSCI World beruht ca. 50 % des Gewinns auf Technologie-Aktien.
Wir erwarten, dass die Investitionen in KI bis 2028 noch massiv fortgesetzt werden. Es spricht jedoch auch vieles dafür, dass danach nur noch der Bestand erhalten wird.
In den letzten Monaten gab es wiederholt Schadensfälle und Hackerangriffe durch verselbständigte KI.Für Schäden muss das KI-Unternehmen haften, welches dadurch jedoch finanziell überfordert sein könnte. Da die KI-Unternehmen sehr eng verflochten sind, könnte die Schieflage eines großen
Unternehmens eine Kettenreaktion auslösen.
Auch wenn zunächst noch hohe Kursgewinne bei KI-Unternehmen möglich erscheinen, empfehlen wir im Sinne der Sicherheit eine breit diversifizierte Anlage.
1. Gold – Ein sicherer Hafen
Im „Kölschen Grundgesetz“ lautet Artikel 3: „Et het noch immer jot jejange.“
Auch wir gehen davon aus, dass unterm Strich alles weiterhin gutgeht. Gleichwohl haben die
Schulden weltweit dramatisch zugenommen und hinzu kommt eine kaum noch überschaubare
Menge von Konflikten und Kriegen.
Außer in unserer reinen Aktienstrategie halten wir als Risikopuffer – sofern Ihre
Anlagerichtlinien es gestatten – einen Anteil „Xetra-Gold“ in Ihrem Depot. Für jedes Zertifikat
Xetra-Gold befindet sich ein Gramm Gold in einem Tresor in Frankfurt. Xetra-Gold ist jederzeit
über die Börse sehr gut verkäuflich. Außerdem könnten Sie sich Ihr Gold jederzeit über eine
Bank Ihrer Wahl ausliefern lassen. Die Gewinne sind für Privatanleger nach 12 Monaten
steuerfrei.
Gold ist eine Sicherheitskomponente, welche die Performance Ihres Gesamtdepots auch
zwischenzeitlich bremsen kann – wie bislang in diesem Jahr. Für die nächsten 12 Monate
prognostiziert die einflussreiche Investmentbank Goldman Sachs jedoch einen um 20 %
höheren Goldpreis.
2. USA – Sonderkonjunktur durch Künstliche Intelligenz
Die geplanten Investitionen in künstliche Intelligenz betragen bis Ende 2028 ca. 1,3 Bio. Dollar.
Nutznießer sind neben den Chip-Herstellern u.a. auch Bauunternehmen, Energiekonzerne und
Handwerker, die rund um die Baustellen für die Datencenter tätig sind.
Seit geraumer Zeit wird der Börsenboom in den USA und im MSCI World von den 7 großen
Technologieunternehmen getragen. Andere Branchen wie Industrie, Banken oder Konsum
konnten bisher nicht profitieren und haben Aufholpotenzial. Dies umso mehr, da der
Arbeitsmarkt weiter robust ist und die US-Wirtschaft in diesem und im nächsten Jahr jeweils
um 2,2 % wachsen dürfte.
Die Wahlprognosen für die Zwischenwahlen am 3. November deuten inzwischen auf eine
mögliche demokratische Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses hin. In diesem Fall wäre
eine stärkere Regulierung von KI wahrscheinlich, weshalb die Tech-Milliardäre Trumps
Wahlkampf vehement unterstützen.
Große Gesetzespakete könnten die Demokraten allerdings nicht gegen Trump durchsetzen, da
jedes Gesetz die Unterschrift des Präsidenten benötigt. Dies zu umgehen, würde eine 2/3-
Mehrheit erfordern.
Die Demokraten hätten jedoch enorme Möglichkeiten, Trump und sein Gefolge z.B. wegen
Selbstbereicherung, Epstein oder dem Irankrieg vor Untersuchungsausschüsse zu laden, Zeugen
unter Eid aussagen zu lassen und einige Minister anzuklagen. Dies alles würde ihn für den Rest
seiner Amtszeit sehr stark beanspruchen.
3. Gute Aussichten für Europa
Die Energiepreise sind hierzulande zwar deutlich höher als in den USA, aber die Konjunktur
nimmt trotzdem Fahrt auf: Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex ist im September auf 89,9
gestiegen und markiert damit den höchsten Wert seit mehr als 2 Jahren. Die Unternehmen
beurteilen ihre Geschäftslage zunehmend positiv und die Aussichten hellen sich ebenfalls auf.
Damit ist Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa ein wichtiges Zugpferd, aber auch
in Italien, Spanien und Griechenland(!) geht es munter voran.
Der innereuropäische Handel floriert und die zahlreichen neuen Freihandelsabkommen, u.a. mit
Chile, Indien, Indonesien, Australien und Mercosur (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay,
Uruguay) beginnen sich auszuzahlen. Einige dieser neuen Partner liefern zudem wichtige
Rohstoffe wie Nickel und Lithium.
Bei einer Inflationsrate von 3,8 % gehen wir für die Eurozone von einem Wachstum von 1,3 %
in diesem und 1,5 % im nächsten Jahr aus. Internationale Investoren haben in den letzten
Monaten verstärkt bei deutschen Unternehmen zugegriffen. Man schätzt neben dem
verlässlichen Rechtssystem in Europa auch zunehmend wieder die Innovationskraft – unter
anderem bei Quantencomputern und Raumfahrt.
Trotz aller geopolitischen Herausforderungen bleiben wir für die Kapitalmärkte sehr zuversichtlich.
Dies wird noch dadurch untermauert, dass Oktober und November meistens gute Börsenmonate sind. Neben Gold und Aktien erbringen Anleihen und Discountzertifikate wie gewohnt kontinuierlich Zuwachs in Ihrem Depot.
Wir wünschen Ihnen einen goldenen Herbst und stehen Ihnen für Fragen und Wünsche immer gerne zur Verfügung.
Ihre
Uwe Rohse Hubert Lehmann Felix Rohse
Rohse Vermögensmanagement GmbH
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